BMBF Bekanntmachung - Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 - International (Bioeconomy International) 2016

BMBF Bekanntmachung - Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 - International (Bioeconomy International) 2016

Richtlinie zur Förderung internationaler Verbundvorhaben im Rahmen der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" "Bioökonomie International (Bioeconomy International) 2016". Bundesanzeiger vom 10.08.2016

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt, durch die Förderung von Verbundvorhaben zu Forschung und Entwicklung unter Beteiligung ausländischer Verbundpartner die Umsetzung der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" auch im internationalen Kontext zu stärken.

 

Auszug aus der Bekanntmachnung:

 
Gegenstand der Förderung
Die nach dieser Richtlinie förderfähigen Vorhaben fallen unter Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsbeihilfen gemäß Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe d AGVO.
Gefördert werden Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben, die im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt werden.
Die ausgewählten Vorhaben sollen die nationalen Aktivitäten des BMBF zur Förderung der Bioökonomie flankieren und einen ergänzenden Beitrag zur Erreichung der förderpolitischen Zielsetzungen, die mit diesen Maßnahmen verfolgt werden, leisten. Hierbei sollen die Verbundvorhaben einen wichtigen Beitrag zu mindestens einem der folgenden Handlungsfelder der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ leisten:
  1. Weltweite Ernährung sichern
  2. Agrarproduktion nachhaltig gestalten
  3. Gesunde und sichere Lebensmittel produzieren
  4. Nachwachsende Rohstoffe industriell nutzen
  5. Energieträger auf Basis von Biomasse ausbauen.
 
 
Im Weiteren sollen die Verbundvorhaben einen Beitrag zu einem der Ziele der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung liefern:
  1. Die Forschungszusammenarbeit mit den weltweit Besten stärken
  2. International Innovationspotenziale erschließen
  3. International Verantwortung übernehmen und globale Herausforderungen bewältigen.
 
Die internationale Kooperation innerhalb des Verbundvorhabens, der dadurch entstehende Mehrwert bei der Umsetzung der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" und der Beitrag zur Umsetzung der "Internationali­sierungsstrategie der Bundesregierung" stehen im Vordergrund der Fördermaßnahme Bioökonomie International (Bio­economy International). Des Weiteren bietet die Fördermaßnahme die Möglichkeit Projektideen umzusetzen, die im Rahmen von Anbahnungsmaßnahmen erarbeitet wurden.
 
Weitere Informationen zur "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" und zur "Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung" sind im Internet erhältlich (http://www.bmbf.de/pub/Biooekonomie_kurzfassung_dt.-engl..pdf bzw. www.bmbf.de/pub/Internationalisierungsstrategie.pdf).
 
Gefördert werden Partner in internationalen Konsortien, die einen Sitz, eine Betriebsstätte oder eine Niederlassung in Deutschland haben. Insbesondere werden Kooperationsvorhaben mit den Ländern Argentinien, Brasilien, Chile, China, Indien, Kanada, Malaysia, Russland und Vietnam erwünscht.

 

Modul 2 "Bioökonomie Deutschland – Russland"
 
Zusammenarbeit mit Partnern aus Russland.
 
Das MON (Ministry of Education and Science) hat in Russland eine parallele Ausschreibung vorgesehen. Den russischen Antragstellern wird nahegelegt, die identische Antragsskizze in Russland einzureichen. Das Auswahlverfahren in Modul 2 erfolgt gemeinsam mit Russland.
Mit der gemeinsamen Deutsch-Russischen Initiative sollen durch Förderung von Forschung und Entwicklung die Grundlagen für eine Bioökonomie in den beiden beteiligten Ländern gelegt werden.
Ziel der gemeinsamen Ausschreibung ist eine Steigerung der wissenschaftlichen/technischen Expertise und Entwicklung neuer, innovativer Prozesse und Verfahren zur Erschließung nachwachsender Ressourcen als Rohstoffquellen für die Industrie. Die Ausschreibung fokussiert auf Methoden und Prozesse der Industriellen Biotechnologie. Insbesondere sollen biotechnologische Verfahren entwickelt werden, um neue biobasierte Materialien und Produkte, u. a. organische Säuren, Biomono- und -polymere, Aminosäuren, Vitamine, Enzyme oder Probiotika zu erzeugen. Diese Produkte sollen Anwendung in Agrar-, Lebensmittel-, Tierfutter- und Chemieindustrie sowie anderen Bioökonomie-relevanten Industrien finden.
Projektvorschläge können in diesem Modul zu folgenden Themenfeldern eingereicht werden:
 
  • Entwicklung von neuen und verbesserten Biokatalysatoren (Enzyme, Zellen) und mikrobieller Stämme für innovative und effizientere Bioprozesse, z. B. durch Metabolic Engineering, synthetische und systembiologische Ansätze, Technologien der gerichteten Evolution und/oder Nutzung der natürlichen Biodiversität
  • innovative Fermentation und integrierte Biokatalyseprozesse einschließlich Bioprozessentwicklung für Plattform¬chemikalien, Biomonomere und -polymere, biobasierte Produkte für Agrar-, Nahrungsmittel- und Tierfutterindustrien, und fortgeschrittene "second generation" Biokraftstoffe
  • biotechnologische Prozessierung (inklusive Trennung und Konversion) von verschiedenen Kohlenstoffquellen aus z. B. Biomasse und Synthesegas in hochwertige Produkte
  • nachhaltige und integrierte Nutzung von Biomasse in Bioraffineriekonzepten
  • Entwicklung von neuen, einzigartigen biobasierten Produkten
  • Aufwertung von (landwirtschaftlichen/industriellen/kommunalen) Abfällen durch biotechnologische Verfahren.

 

Folgende Themenfelder sind von der Fördermaßnahme ausgeschlossen:

  • Produktion von Biokraftstoffen aus Nutzpflanzen, die der Ernährung dienen (first generation biofuels)
  • biotechnologische Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln, Medikamenten und anderen Heilmitteln
  • Verfahren und Prozesse aus der Agrartechnologie ohne direkten Bezug zu den oben genannten Themenfeldern
  • Marine Biotechnologien ohne direkten Bezug zu den oben genannten Themenfeldern
  • Bioinformatik und "Omics"-Technologien ohne direkten Bezug zu den oben genannten Themenfeldern
  • Technologien zum Umweltschutz (z. B. Technologien zur Verbesserung von Luft- und Wasserqualität sowie Boden- und Grundwassersanierungen etc.)